Auch im Rentenalter wird der Bundesbürger nicht von der deutschen Bürokratiementalität verschont. Stößt er in der gesetzlichen Krankenversicherung auf Widerstand, wenn es um die Übernahme von Kosten für bestimmte Medikamente oder Behandlungen geht, so können ihm private Kassen mit Beitragserhöhungen und Wechselschikanen zusetzen.

Immer wieder gibt es Schlagzeilen über unverhältnismäßige Beitragserhöhungen privater Kassen. Anstiege bis zu vierzig Prozent machen den Versicherten zu schaffen und können sich auf Ruheständler nahezu existenzbedrohlich auswirken. Zum Teil stehen Privatversicherer in der Kritik die Misswirtschaft ihres Unternehmens auf ihre Kunden zu übertragen und dabei die Hürden eines Versicherungswechsels im Alter auszunutzen. Mit dem 55. Lebensjahr entsteht allerdings das Anrecht auf einen Wandel in den Basis-Tarif der privaten Krankenversicherung. Dieser Tarif entspricht maximal der Höhe des gesetzlichen Beitragssatzes. Bereits gebildete Altersrückstellungen mindern die monatlichen Beiträge zusätzlich. Der damit erworbene Leistungsanspruch verringert sich ebenfalls auf den Umfang des gesetzlichen Angebots. Rentner, für die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen, erhalten Zuschüsse zu ihren Beiträgen an private Kassen. Diese entsprechen fünfzig Prozent des Satzes der Krankenversicherung der Rentner bis maximal fünfzig Prozent des Krankenversicherungsbeitrags.

1983 wurde der kostenlose Versicherungsschutz von Rentnern durch die gesetzliche Krankenversicherung abgeschafft. Seitdem müssen auch Ruheständler Beiträge an die gesetzlichen Kassen entrichten. Zum Teil entsprechen diese Summen dem allgemeinen Beitragssatz und sind in vollem Umfang von den Versicherten zu tragen. Die Leistung der Familienversicherung entfällt mit der Rente vollständig. Somit können Ehepartner und Kinder nicht länger einbezogen werden. Sie müssen selbst Beiträge zahlen, um sich für den Krankheitsfall abzusichern. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge nach dem Einkommen kalkuliert, so dass Lohnempfänger Rentner mitfinanzieren. Aufgrund der ungünstigen demographischen Entwicklung Deutschlands erschließen sich diesem Umlageverfahren ernsthafte strukturelle Probleme. Informierten Bürgern bleibt keine Wahl, als schließlich selbst rechtzeitig durch geeignete Ansparmaßnahmen Vorsorge für das Alter zu treffen.

 

Kommentare geschlossen.