Möglichkeiten, private Krankenversicherungsbeiträge im Alter bezahlbar zu machen

Privat versicherte Patienten genießen gegenüber gesetzlich Krankenversicherten viele Vorteile. Sie haben bessere Möglichkeiten bei der Arzt- und Krankenhauswahl, werden bevorzugt behandelt und erhalten eine Reihe von Zusatzleistungen. Im Rentenalter können sich einige private Versicherungen jedoch als Kostenfalle erweisen. Für die Kassen besteht zwar die Verpflichtung, einen reduzierten Tarif anzubieten, der den Prämien der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Dieser berechnet sich allerdings nach dem höchst möglichen Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Zudem reduzieren sich durch den Basistarif auch die Leistungen der Police. Die Rückkehroption in die gesetzliche Krankenversicherung erlischt mit vollendetem 55. Lebensjahr.

Ein Mini-Job ist eine gute Möglichkeit, die Rente aufzustocken und eine kostspielige Privatversicherung zu finanzieren. Im Jahr 2010 waren nach Angaben der Bundesknappschaft mehr als 1,2 Millionen geringfügig Beschäftigte älter als sechzig Jahre. Rentner, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, können ohne Abstriche für ihre Bezüge dazuverdienen. Ohne die Abzüge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung verbleibt ein höherer Nettolohn gegenüber dem Verdienst im Arbeitnehmeralter. Für Frührentner gilt eine Lohngrenze von monatlich 400 Euro. Höhere Einkünfte führen in dem Fall dazu, dass die Rente für die Dauer der Beschäftigung um mindestens ein Drittel gekürzt wird. Zweimal im Jahr kann die Grenze des Zusatzeinkommens um weitere 400 Euro überschritten werden, ohne dass der Rentenbezug eingeschliffen wird. Für dazuverdienende Frührentner werden weiterhin Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge fällig, durch die sich ihre Ansprüche auf die spätere Altersrente erhöhen.

Der Wechsel von einer privaten Krankenversicherung zu einer anderen gestaltet sich nach wie vor nicht unproblematisch. Noch immer sind viele Kunden quasi bis zu ihrem Lebensende an eine Gesellschaft gebunden. Der Grund sind die angesparten Altersrückstellungen, die bei der Aufkündigung eines Verhältnisses auf dem Spiel stehen. Insbesondere privat Versicherte, die ihre Mitgliedschaft vor dem 01.01.2009 angetreten haben, riskieren bei einem Wechsel ihre eingezahlten Rückstellungen vollständig aufgeben zu müssen. Kunden, die nach diesem Datum in eine private Krankenversicherung eingetreten sind, können mindestens einen Teil der Ansparungen in ein neues Versicherungsverhältnis übernehmen. Die Höhe des Übertrags richtet sich nach einem brancheneinheitlichen Basistarif, so dass höher Versicherte einen Teil ihres Alterspolsters der bisherigen Gesellschaft zu überlassen haben.

PKV Tarifwechsel

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