Situation von privat versicherten Rentnern und Pensionären

Mit dem Antritt der Altersrente verringert sich das Einkommen – in einem Lebensabschnitt, in dem das Risiko altersbedingter Krankheiten wächst. Wer rechtzeitig mit der geeigneten Krankenversicherung Vorsorge getroffen hat, ist nun im Vorteil. Unterschiede ergeben sich für versicherte Ruheständler sowohl in den Ansprüchen als auch in den Beitragskosten.

Pflichtversicherte der Krankenversicherung für Rentner

Jeder, der in der zweiten Hälfte seines Berufslebens in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert war, zählt zu den Pflichtmitgliedern der Krankenversicherung der Rentner. Für diesen übernimmt grundsätzlich die gesetzliche Rentenversicherung die Hälfte des Krankenkassenbeitrages, welcher auf Basis der gesetzlichen Rente berechnet wird. Für rentenähnliche Einnahmen wie Betriebsrenten oder Versorgungsbezüge entsteht keine Übernahmeleistung, so dass dafür der gesamte Beitragssatz angerechnet wird. Einkünfte, die unabhängig von Rentenansprüchen erzielt werden, erhöhen den Beitrag dagegen nicht. Für die Pflegeversicherung besteht kein Zuschussanspruch, sie wird weiterhin in voller Höhe vom Versicherten selbst getragen.

Freiwillig versicherte Rentner der gesetzlichen Krankenversicherung

Rentner, die weniger als neunzig Prozent der zweiten Hälfte ihres Arbeitslebens Beiträge in eine gesetzliche Krankenkasse eingezahlt haben, zählen zu den freiwillig Versicherten. Für diese wird für die Beitragsberechnung die Gesamtheit der privaten Einnahmen berücksichtigt. Somit fließen auch Einkünfte aus Lebensversicherungen, Miet- und Zinseinnahmen, Dividenden und Sparverträgen in die Kalkulation der Prämienhöhe des Versicherten ein. Wie auch für Pflichtversicherte erstattet die gesetzliche Rentenkasse die Hälfte des Prämienanteils der gesetzlichen Altersrente abzüglich von 0,9 Prozent Eigenanteil.

Privat versicherte Rentner

Die Situation von Rentnern als Mitglieder privater Krankenversicherungen hat sich seit langer Zeit deutlich verbessert. Die Prämien werden im Gegensatz zur einheitlichen Berechnung der gesetzlichen Kassen individuell ermittelt. Neben Faktoren wie Geschlecht und Gesundheitszustand wird auch das Alter berücksichtigt. Die Einstufung bemisst zusätzlich zum Basistarif einen Beitrag für das persönliche Risiko. Mit steigendem Lebensalter wächst der Prämiensatz überdurchschnittlich an. Um diese Last abzumildern, kann zum einen der generell hohe Leistungsanspruch verringert werden. Zum anderen bilden die privaten Krankenversicherungen rechtzeitig Altersrückstellungen, um den Kostenanstieg auszugleichen. Entsprechend erhöhte Beiträge in den ersten Jahren als Versicherter werden als Vorsorgebeiträge angespart und verzinst. Seit Inkrafttreten des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 können die Altersrückstellungen beim Versicherungswechsel teilweise übernommen werden. Somit fällt der finanzielle Nachteil bei einem Wechsel seither geringer aus.

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